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Oldtimer H Kennzeichen

In Deutschland können Besitzer von Oldtimern für ihre Fahrzeuge steuerliche Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Voraussetzungen für die Erteilung des Oldtimer H-Kennzeichens ist der vorwiegende Einsatz des Fahrzeugs zur „Pflege des Kfz-technischen Kulturgutes“. Die Erstzulassung des Veterans muss vor mindestens 30 Jahren geschehen sein.

  • Jährliche Oldtimer Kfz-Steuer:
    • Pkw: 191 EUR
    • Motorräder: 46 EUR
  • Als Oldtimer gelten Fahrzeuge, die mindestens 30 Jahre alt und als “kraftfahrzeugtechnisches Kulturgut” zu bewerten sind.
  • Der Fahrzeugbesitzer kann seinen Veteranen ohne besondere Einschränkungen einsetzen.
  • Ein verkehrssicherer Zustand des Fahrzeuges, welches ein Oldtimer Kennzeichen beantragt, muss gewährleistet sein.
  • Voraussetzung für dier Ausstellung eines Oldtimer Kennzeichen ist die Begutachtung nach §21c durch den TÜV oder die DEKRA.
  • Oldtimer Kennzeichen beinhalten das am rechten Rand angeordnete “H” für “Historisch”.
  • Eine Kombination von H-Zulassung und Saisonkennzeichen ist nicht möglich.

Der Fahrzeughalter muss gemäß § 23 der Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) und der “Richtlinie für die Begutachtung von Oldtimer-Fahrzeugen” bei einem amtlich zugelassenen Prüfer oder Prüfingenieur der DEKRA, GTÜ, KÜS oder des TÜV ein Gutachten für die Einstufung eines Fahrzeugs als Oldtimer veranlassen. Dabei wird überprüft, ob das Fahrzeug in gutem Zustand ist und sich weitgehend im Original- bzw. zeitgenössischen Zustand befindet bzw. fachmännisch restauriert wurde. Eine entsprechende Einstufung verhindern können typ-unpassende Details wie ein fremder Motor oder auch ein Umbau des Fahrzeugs oder auch ein schlechter Erhaltungszustand. Bei veränderten Fahrzeugen (wie z.B. durch Leistungssteigerung oder Fahrwerksumbauten) verweigern die Sachverständigen oft den H-Status.

Bei gültiger Betriebserlaubnis genügt eine Dokumentation des verkehrssicheren Zustands durch die Hauptuntersuchung (HU). Bei fehlender Betriebserlaubnis kontrolliert der Sachverständige, ob das Fahrzeug den generellen StVZO-Vorschriften in Bezug auf die Betriebserlaubnis für Einzelfahrzeuge entspricht. Dabei werden nur die Bestimmungen berücksichtigt, die zum Zeitpunkt der Erstzulassung galten, und die eventuell erforderlichen Nachrüstungen. Alle vor dem 1. Juli 1969 gebauten bzw. erstzugelassenen Fahrzeuge sind von der Abgasuntersuchung befreit.

Nach einem positiven Gutachten erteilt die Zulassungsstelle dem Fahrzeug eine besondere “Betriebserlaubnis als Oldtimer”, die das Beantragen des Oldtimer-Kennzeichens ermöglicht. Das Kennzeichen entspricht dem bekannten Euro-Nummernschild. Neben der üblichen Buchstaben- und Ziffernkombination trägt das Kennzeichenschild am rechten Rand den Großbuchstaben H (H = historisches Fahrzeug), der jedoch kein Bestandteil der Erkennungsnummer ist.

Die Kombination der Vergünstigungen eines Oldtimer-Kennzeichens mit denen eines roten Sonderkennzeichens für Oldtimer oder eines Saisonkennzeichens ist nicht möglich. Der Oldtimer kann lediglich vorübergehend stillgelegt werden.

Für Oldtimer H-Kennzeichen gibt es grundsätzlich keine Verwendungs-Einschränkungen – auch nicht für Fahrten ins Ausland. Eine gewerbliche Nutzung wie z.B. die Vermietung des Fahrzeuges ist jedoch in keinem Fall gestattet.

Nur mit diesem bzw. dem 07er Oldtimer Wechselkennzeichen ist das Fahren innerhalb von „Feinstaubzonen“ möglich.


12 Kommentare zu “Oldtimer H Kennzeichen”

  1. Klaus Straub sagt:

    Es ist nicht ganz richtig, dass ein Fahrzeug mit H-Kennzeichen nicht genutzt werden darf. Nach Auskunft meiner Zulassungstelle gibt es im Gesetz dazu keine Beschränkung. Auch bei einer Nachfrage beim zuständigen Finanzamt ergab, dass es keine Bedenken gibt, bei einer gewerbsmässigen Nutzung. In einem internen Zulassungsforum schreibt sogar ein bayrischer Staatsminister, dass er es sogar mehr als historisches Kulturgut ansieht, wenn zum Beispiel ein alter Baustellen LKW noch auf einer Baustelle mitarbeitet, als dass dieser nur zu Veranstaltungen kurz gezeigt wird und ansonsten in einer Halle verstaubt. Problem wird sein, den Kontrollorganen dies alles zu erklären, denn es gibt nicht gerade wenige Besserwisser darunter. Im übrigen hat ja jeder Besitzer eines Fahrzeuges die Pflicht, sein Fahrzeug mindestens auf der Zustandsnote drei zu erhalter. Das ist im gewerblichen Gebrauch nur dann zu erreichen, wenn das dazu benutzte Fahrzeug aufwändig gepflegt wird.

  2. In der Tat gibt es im Gesetz keine Nutzungsbeschränkung, wenn das Kennzeichen erteilt wurde. Dennoch wird schon bei der Zulassung darauf geachtet, dass es sich um ein Fahrzeug handelt, dass als Kfz-technisches Kulturgut gilt und sich in erhaltenswertem historischem Zustand befindet, was sich ja auch in der erwähnten Zustandsnote widerspiegelt.


  3. Bussmann sagt:

    Die Angelegenheit ist einerseits völlig unklar, auf der anderen Seite haben die Finanzämter oft keinen Vorbehalt gegen eine gewerbliche Nutzung. Die Gründe dafü sind offensichtlich: Die Pflege von technischem Kulurgut ist der Kern in der Sache: Warum soll ein LKW keine Last, ein Omnibus keine Personen befördern, wenn er es zeitlebens getan hat? Pflege und Betrieb kosten Geld, daß wie überall in unserer Wirtschaft nur mit einer Gewinnerzielungsabsicht eingenommen werden kann.
    Völlig von der Rolle scheint dagegen die bayerische Landeshauptstadt: In die Umweltzone dürfen nur Fahrzeuge mit H-Kennzeichen, da diese die Oldtimerprüfung bestanden haben. Für Oldtimer nach §2 Nr. 22 der Fahrzeug-Zulassungsverordnung ohne H-Kennzeichen gibt es nicht einmal eine Aussicht auf eine 120 Euro teure Ausnahmegenehmigung.
    Fazit: Solange der Gesetzgeber keine gewerbliche Nutzung verbietet: Her mit dem H-Kennzeichen,hemmungslos in der Umweltzone spazieren fahren und dabei noch den Steuerbonus mitnehmen! So gibt’s dann auch eine glaubwürdige Erklärung warum es mit den Umweltzonen nicht klappt.
    Es ist an der Zeit über geeignete Maßnahmen nachzudenken, die vielen bunten Aufkleber haben bisher mehr Geld gekostet, als daß sie auch nur irgendwo nachweislich eine Verbesserung der Luftqualität bewirkt hätten.
    Aber es verhält sich wie in der Medizin mit dem Placebo Effekt: Man muß nur lang genug daran glauben, dann wirkt’s!

  4. Ich kann Bussmann da nur zustimmen, die ganzen Regelungen in Bezug auf Oldtimer und die Umweltzonen sind wirklich mehr als paradox und teilweise schon extrem unsinnig. Das ganze wird aber auch nicht besser, wenn man mal von Oldtimern absieht und sich nur die Umweltzonen allein als Konzept anschaut. Naja, ich finde es wirklich schade, dass Oldtimer-Freunden immer wieder so große STeine in den Weg gelegt werden, nur weil sie alte Schmuckstücke erhalten wollen.

  5. Berichte sind gut, nur weis ich nicht ob die Auskunft von den Zulassungsstellen immer gleich ist

  6. [...] da kann man viel im web drüber nachlesen. ich fahre einen oldtimer-roller, aber ohne H-Kennzeichen. denn: seit 01.04.2009 haben die die voraussetzungen für ein h-kennzeichen dermaßen verschärft, dass es in meinem falle unmöglich war eins zu bekommen. größtes hinderniß: das fahrzeug muss “weitesgehenst” im originalzustand sein, darunter fällt auch der lack! wer hat denn nach 50 jahren noch den gleichen lack drauf! glücklich schätzen können sich alle, die bereits vor dem 01.04. dieses kennzeichen hatten, denn wenn man es einmal hat, kann es einem keiner mehr nehmen. tatsächlich ist es so, dass man dann wohl weniger oder sogar keine steuern zahlt, das weiß ich nicht. kann man aber alles im web nachlesen - z.B. hier: infos zum H-kennzeichen [...]

  7. Weiß jemand, ob für den Zeitpunkt der Erteilung der roten Plakette Monat oder Tag seit Erstzulassung gelten?


  8. Stephan sagt:

    Hallo, ich bin Prüfingenieur der KÜS und möchte nur kurz was zum Roller sagen. Es ist nicht richtig, dass der Originallack drauf sein muss. Die Farbe muss nur zeitgenössisch sein, das ist alles. Und die Vorraussetzungen zum Erlangen des H-Kennzeichens oder des 07er Kennzeichen sind mit recht verschärft wurden, da sher viel Schrott auf den Straßen fuhr und das 07er Kennzeichen zu sehr missbraucht wurde.

  9. Hallo ich habe eine Frage ich habe einen alten Traktor aus 1959 Ackerschlepper -Zugmaschine ich möchte ihn gerne mit einem H- Kennzeichen zulassen ist das möglich was würde er dan Steuer und Versicherung kosten kann er dan uneingeschrenkt genutzt werden ? wer kennt sich da aus


  10. Bastian sagt:

    H Kennzeichen hat im Gegensatz zu den roten und grünen Kennzeichen keine Nutzungsbeschränkungen, normale Zulassung wird aber wahrscheinlich günstiger sein als H Zulassung.

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