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Winter-Check für Oldtimer

Der Winter kommt, ob wir wollen oder nicht. Jetzt gilt es die letzten schönen Herbstwochen im Oldtimer zu genießen. Doch wie macht man seinen Oldtimer dann fit für den Winterschlaf?

Abmeldung von Oldtimern in den Wintermonaten

Saisonkennzeichen für Oldtimer

Wer seinen Oldie nur in den Sommermonaten fahren möchte, kann diesen natürlich auch über Saisonkennzeichen anmelden. Eine Anmeldung über das Oldtimerkennzeichen H kann jedoch günstiger sein, was im Einzelfall geprüft werden sollte. Einziger Vorteil von Saisonkennzeichen ist, dass hier eine umfangreichere Ruheversicherung gegeben ist. Wer Saisonkennzeichen hat, darf das Fahrzeug nach Ablauf des letzten Tages des auf dem Kennzeichen vermerkten Endmonats unter keinen Umständen noch auf öffentlichem Grund nutzen. Im Gegensatz zur normalen Kfz-Anmeldung spart man sich mit Saisonkennzeichen die Gebühren für An- und Abmeldung sowie den Gang zur Behörde.

Reguläre Kennzeichen

Wer seinen Oldtimer regulär angemeldet hat, kann selbst entscheiden ob und wann er diesen für die Zeit der Wintermonate vorübergehend stilllegt. Die anteilige Kraftfahrzeugsteuer wird taggenau zurückerstattet. Die Gültigkeit des Fahrzeugbriefs erlischt inzwischen erst nach 7 Jahren, die Wiederinbetriebnahme nach diesem Zeitraum erfordert nach §21 StVZO ein Vollgutachten.

TÜV und AU

Wäre in der Zeit der Stilllegung bzw. der Ruhezeit die Hauptuntersuchung oder Abgasuntersuchung fällig gewesen, muss diese nach Wiederinbetriebnahme umgehend nachgeholt werden. Da die Fahrzeugpapiere bei der Wiederzulassung von der Behörde erst nach Vorliegen der erforderlichen Prüfnachweise ausgehändigt werden, ist es empfehlenswert diese Prüfungen vor allem bei vorrübergehender Stilllegung vor der Ruhezeit durchzuführen.

Versicherung

Eine Unterbrechung des Versicherungsvertrags bis zu sechs Monaten kann sich positiv auf die Schadensfreiheitsklasse auswirken. Ab sieben Monaten Stilllegung bleibt in der Regel die Schadensfreiheitsklasse erhalten, die bei Stilllegungsbeginn bestand. Teilkasko-Verträge laufen normalerweise beitragsfrei weiter. Es ist jedoch immer empfehlenswert dies sowie die anteilige Rückerstattung bereits gezahlter Beiträge direkt mit dem Versicherer abzuklären.

Einmotten des Oldtimers – Was ist zu tun?

Grundsätzlich bieten sich für das Fitmachen des Oldtimers für die Wintermonate auch professionelle Aufbereiter an. Die Preis- und Qualitätsunterschiede sind hier jedoch groß. Wer sich selbst um seinen Liebling kümmern möchte, sollte folgende Punkte beachten:

Innenraum

Neben einer Reinigung des Innenraums mit Lappen und Staubsauger sollten alle losen Beläge wie Bodenmatten und Kofferraum-Abdeckungen aus dem Fahrzeug entfernt werden. Treten dabei feuchte oder modrige Stellen zu Tage, muss diesen unbedingt auf den Grund gegangen werden. Sind die Gummiprofile des Verdecks in Ordnung, hat sich Wasser im Schiebedach angesammelt, gibt es sonstige undichte Stellen?

Leder, ob bei Sitzen oder anderen Bezügen, sollten immer nach der Bedienungsanleitung der Fahrzeughersteller behandelt werden. Entsprechende Pflegemittel sind im Fahrzeughandel erhältlich.

Karosserie

Nach der Hand- oder Maschinenwäsche sollte die Lack-Oberfläche penibel kontrolliert werden. Vogelkot, Baumharze und Ähnliches sind teilweise schwer erkennbar, können sich aber im schlimmsten Fall bis auf das Blech durchfressen. Auch Steinschlagschäden sollten ausgebessert werden. Regelmäßige Pflege des Lacks mit Hartwachs tut diesem ebenfalls gut.

Besonders bei älteren Baujahren sollten Unterboden und Radhäuser auf Verletzungen der Schutzschichten und Ablösungen bzw. Korrosionsspuren kontrolliert werden. Sind letztere gegeben, sollte man sofort handeln. Für diese Überprüfung eignet sich am besten eine Hebebühne mit guter Beleuchtung und ein Dampfstrahler.

Bei Cabriolets sollte das Verdeck auf Risse und aufgeplatzte Nähte überprüft werden. Für Gummiprofile eignet sich die Behandlung mit z.B. Silicon-Produkten. Das Verdeck selbst sollte lediglich trocken oder feucht in Fahrzeug-Längsrichtung abgebürstet und mit klarem Wasser abgespritzt werden. Zur Fleckenentfernung sollte immer die Empfehlung des Fahrzeugherstellers beachtet werden.

Technik

In Kürze anstehende Inspektionen sollten vorgezogen werden. Dadurch ist gewährleistet, dass der Wagen wirklich fit ist für den Winter, anstehende Reparaturen frühzeitig erkannt werden und kostenintensiven Schäden vorgebeugt werden kann. Und das Frühjahr kann ohne Werkstatt-Termine beginnen.

Das Einfüllen eines speziellen Öls mit Korrosionsschutz ist nur bei einer mehrjährigen Ruhepause notwendig. Altes Öl enthält jedoch korrosionsfördernde Bestandteile und sollte deshalb gewechselt werden. Entgegen der Meinung vieler ist es NICHT empfehlenswert, den Motor ab und zu kurz laufen zu lassen, um die Schmierung zwischen Kolben und Zylinderwand zu gewährleisten!

Wie bei jedem Fahrzeug sollten die Kühlmittel auf Frostschutzfaktor geprüft und diese gegebenenfalls ergänzt werden. Der Tank sollte möglichst voll aufgefüllt sein, um Rostbildung zu verhindern. Dies ist natürlich nicht der Fall bei Kunststofftanks.

Da Batterien immens schnell altern, wenn sie nicht nachgeladen werden, empfiehlt sich hier ein spezielles „Erhaltungs”-Ladegerät oder die Batterie alle zwei bis drei Monate einige Stunden an ein normales Ladegerät anzuschließen.

Haben Sie die Möglichkeit das Fahrzeug aufzubocken, sollten Sie dies tun, denn das entlastet Reifen und Radaufhängung. Zumindest aber sollten Sie den Luftdruck im Reifen auf 3-4 bar erhöhen. Damit die Beläge der Handbremse nicht „festkleben“, sollte diese nicht angezogen werden. Kann das Fahrzeug nicht aufgebockt werden, sollten die Reifen deshalb mit Keilen blockiert werden.

Zur besseren Durchlüftung des Innenraums reicht es, die Autofenster einen kleinen Spalt offen zu lassen.

Der richtige Lagerort

Das ein Oldtimer nicht im Freien überwintern sollte, versteht sich von selbst. Ideal ist ein klimatisierter Raum mit einer Temperatur von etwa 15 Grad Celsius und einer Luftfeuchtigkeit von ca 40%. Auf diese Art und Weise kann die Bildung von Kondenswasser in Hohlräumen des Oldtimers weitgehend vermieden werden und auch Textilien, Gummi und Leder werden so geschützt. Den Luxus einer Klimakammer können sich die meisten wohl kaum leisten, aber mit Luftentfeuchtern und anderen Geräten kann Einiges zum Schutz des Fahrzeugs geleistet werden.

Es gibt es beispielsweise auch aufblasbare Kunststoffhüllen, die entweder von Ventilatoren durchllüftet werden oder in die spezielle Trocken-Granulat enthaltende Behälter gestellt werden, die die Feuchtigkeit aufnehmen. Diesen kann die aufgenommene Feuchtigkeit im Backofen wieder entzogen werden, sie sind also wiederverwendbar. Gegen das Einstauben des Fahrzeugs helfen Baumwolltücher, hier können auch normale Bettlaken verwendet werden. Plastikfolien und andere Kunststoffplanen sollte man wegen der mangelhaften Feuchtigkeits-Durchlässigkeit nicht nutzen. Eine gute Durchlüftung sollte immer gegeben sein.


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