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Historischer Autofriedhof Gürbetal, Kaufdorf

Hier schlummert vielleicht noch so mancher Oldtimer-Schatz: Der Autofriedhof von Franz Messerli in Kaufdorf/Schweiz ist seit 1975 unverändert, sogar das jüngste der hier gelagerten Autos ist somit bereits älter als 30 Jahre.

Historischer Autofriedhof Gürbetal, Kaufdorf

In den Jahren davor haben sich einige Automobile angesammelt, die Baujahre liegen zwischen 1930 und 1975. Viele Wagen sind in einem bedauernswerten Zustand, doch bei vielen würde sich eine liebevolle Restauration durchaus lohnen. Doch bislang hat Franz Messerli niemanden an seine Oldtimer herangelassen. Und das, obwohl er zum Teil bis zu 10000 Franken und mehr für das eine oder andere Modell geboten bekommen hat - es lagern hier schließlich auch wertvolle Ersatzteile. “Ich sehe den Autofriedhof wie ein Puzzle. Fehlt auch nur ein einziges Teilchen, ist es nie mehr vollständig”, so der Autoverwerter.

Von Studebakers über 1950er Mercedes-Benz 190 SL Roadster, bis hin zu Sunbeam oder Buick. Die Oldtimer wären in einem anderen Zustand zum Teil ein kleines Vermögen wert. Doch selbst so, wie sie hier stehen, bringt es den einen oder anderen Sammler schier zum Verzweifeln, dass Messerli nichts verkaufen möchte.

Messerli sammelt Unterschriften und möchte aus dem Autofriedhof ein Freilichtmuseum machen, doch die Behörden sträuben sich. Die Automobile lagern auf Naturboden und das Verwaltungsgericht des Berner Kantons urteilte, dass die Umwelt dadurch zu stark in Mitleidenschaft gezogen werde. Eine Betonierung sowie Benzin- und Ölabscheider wären notwendig. Durchaus nachvollziehbar - dennoch darf nicht vergessen werden, welche kulturhistorische Bedeutung diese Autowracks haben.

Auch Messerli hat dafür Verständnis, betont jedoch, bei Bodenmessungen habe er nie zu hoch belastete Böden gehabt. Die Frist für die verlangten Sanierungen ist bereits abgelaufen. Was passiert, wenn die Autoverwertung trotz des gebildeten Komitees zur Erhaltung und der Planung eines Vereins “Historischer Autofriedhof Gürbetal” geschlossen werden muss? “Dann werde ich jedes Wrack einzeln rausholen, schreddern und das ganze filmisch dokumentieren lassen”, droht Messerli. Bei dieser Aussage dürfte jedem Liebhaber die Luft wegbleiben. Hoffen wir, dass es nicht dazu kommt.

Da der Ausgang der Geschichte immer noch unklar ist, sollte sich beeilen, wer diese skurrile Ansammlung sehen möchte. Weitere Informationen finden sich unter www.autofriedhof.ch.


5 Kommentare zu “Historischer Autofriedhof Gürbetal, Kaufdorf”
  1. Tut einem in der Seele weh, solchen Klassikern beim Verrotten zusehen zu müssen. Meiner Meinung nach sollte er sich nicht sträuben diese Wagen zu verkaufen. Museum ja, aber Freiluft nein. In ein paar Jahren gibts dann nämlich nichts mehr anzuschauen, weil es dann wirklich nur noch Metallschrott ist. Und für die Natur wäre es auch besser.

  2. Der Platz hat zwar seinen morbiden Charme, was aber unterscheidet die Sturheit der Schweitzer Behörden von dem des trotzigen Besitzer, der die Schätze lieber vernichten will als sie der Allgemeinheit zu zuführen?
    Schon allein das er 30 Jahre keinen hinein gelassen hat und diese „Schätze“ dem Verfall preisgegeben hat ohne sich um was anderes als SEINE Interessen zu kümmern. Jetzt, wo der Untergang droht, werden auf einmal die Pforten zu den heiligen Hallen geöffnet und Besucher eingelassen um Unterschriften für den Erhalt zu erbetteln.
    Ich erwähne jetzt nicht, was ich von dem Erpressungsversuch halte, alle Autos zu verschrotten, wenn der Besitzer nicht seinen Willen bekommt. Ein wahrer Menschenfreund scheint mir dieser Herr aber nicht zu sein.
    Sicher sind die Autos sein Eigentum, aber Allgemeinwohl geht vor Einzelinteressen.

  3. Nun,geschreddert wollte er alle Wracks wissen oder nun doch nicht oder doch, oder vielleicht dennoch oder eben doch nicht? Franz Messerli scheint sich mit seinem makaberen Hickhack Kultstatus verpassen zu wollen. Neuester Coup sollte nun die Versteigerung aller 500 Wracks en Bloque werden. Leider auch das nur ein morbides temporäres Hirngespinst, denn Fakt ist, dass diese Verkaufsaktion im Internet bereits wieder gestoppt wurde. Bei Ricardo.ch scheinen sie wohl nicht so vertrottelt zu sein, ihre Auktionsplattform nur als PR-Plattform für Verkäufe ausserhalb der Verkaufsplattform herhalten zu müssen. Wie anders darf der Kommentar des Verkäufers sonst wohl verstanden werden, wenn er potentielle Käufer auffordert ihn anzurufen um diese mit Chargen von 25 Oldtimer unter Umgehung der Auktionsbestimmungen direkt zu bedienen. Und ersteigern soll man ein Los von kontinuierlich abnehmender Fahrzeuge zu einem stetig dauernden Preis? Bravo Ricardo.ch.! Meiner Meinung nach sollte sich Herr Messerli dringend fachliche psychiatrische Behandlung angedeihen lassen, denn mehr als ein besonders windiger, nerviger und umtriebiger Zeitgenosse scheint er mir nicht zu sein. Wie anders erklärt man sonst das trotzige jahrzehntelang vergammeln lassen von kulturhistorisch wertvollem Allgemeingut. Ok, man kann das auch anders sehen. Dies ist eben nur meine Meinung und Gedanken sind bekanntlich frei…….


  4. Alfisti sagt:

    Ach hört doch auf immer von allgemein zugänglichem Kulturgut zu sprechen. Ich selber schraube seit über 30 Jahren an alten Autos die immer schon mindestens 30 Jahre oder älter als ich selber waren. So ein dummes Gelaber vom Kulturgut! Ich kann es nicht mehr hörenb. Es geht EUCH doch nur darum billig an ne vermeintlich tolle Kiste dranzukommen. Der Mann hat völlig recht - er hat diese Autos gekauft zu einer Zeit als Ihr alle nicht im Traum an olle Kisten gedacht habt. Ihr reitet auf einer Modewelle mit und wollt Eure eogomanischen Züge ausleben. Der Mann wurde damals verlacht wegen seiner Sammelleidenschaft. Jetzt lacht er über Euch Spinner die fassungslos “vor soviel Dummheit” stehen. Ich erinnere mich noch gut an die “sleeping Dreams” in Frankreich. Wo Bugattis, Jaguar Rennwagen, Delahages, Einzelstücke und Prototypen etc. standen und Hühnern, Mäusen, Moss und Bäumen Lebensraum gaben. Das war genau das selbe - diese Männer haben ein Gesammtkunstwerk geschaffen welches um ein vielfaches interessanter ist als frisch restaurierte “Klassiker” im Museum oder auf langweiligen Markentreffen wo teilweise eine vielzahl gleichartiger Wagen wie Perlen auf der Schnur aufgereit sind. Ich hoffe das dieser Friedhof so erhalten bleibt wie er ist - wenn nicht würde ich mich freuen wenn die Autos allesamt geschreddert werden - die seltesten zuerst und am besten 2 mal und nicht ein einziges Stückchen Lack soll dann noch über bleiben!

    Kulturgut - macht Euch nicht lächerlich! Die Oldtimerei ist in den letzten 20 Jahren ein Wirtschaftsfaktor geworden - sonst nichts. Glaubt ihr im Ernst, das die Politik sich daran erfreut ab und an Euch Schnösel in einem schicken Oldtimer vorbeiflitzen zu sehen und deshalb Sonderregelungen in Bezug auf Fahrverbote, Zulassung und Besteuerung erlässt? Lachhaft!

    Kommt auf den Teppich zurück und seid ehrlich zu Euch selber! Ein Oldtimer ist wie eine schöne Uhr, eine schöne Frau, eine Yacht oder ein schickes Haus - Ein Statussymbol um sein Ego aufzuwerten und sonst nix!

    Kulturhistorisch wertvolles Allgemeingut!! So ein Schwachsinn! Überlegt mal was ihr da sagt! Eine Sprache kann diese Attribute haben oder eine Tradition oder eine Ritus nicht aber eine profane Sache wie ein altes Auto!

    Versteht mich nicht falsch -ich erfreue mich selber jeden Tag an meinen 5 Oldtimern aus 5 Jahrzehnten!!


  5. georg wirth sagt:

    ich las soeben noch einen artikel in “der bund”. die verdrehten ansichten des herrn messerli sind mit absolut unplausibel.

    schilderungen zur folge spricht der gute herr von einem wertvollen lebensraum für tiere der mit auflösung des autofriedhofs kaputt gemacht werde.

    gott seis gedankt - zum glück haben wir nicht noch mehr freunde wie unseren naturliebhaber messerli. toll würde die welt aussehen oder?

    ein armutszeugnis für den kanton bern - hier nicht eher schon was unternommen zu haben. belastung für böden und grundwasser. ich war vorort - hier wurde aber schon rein garn nichts zeitgemäß entsorgt.
    vielmehr erkenne ich den verzweifelten versuch eine vernünftige form der einlagerung anzufangen - man beachte die gallerie mit türen, sitzen und sonstigen schätzen.
    doch auch hier wird der schrotteigner an seine grenzen gestoßen sein und sowohl überblick als auch den glauben an den nutzen verloren haben.

    schade eigenglich dass sich die geschichte so entwickeln musste. ich gehe davon aus dass herr messerli dem sammelwahn erlegen ist. ein urteil dass es in der schweiz tatsächlich gegeben hatte - siehe schlumpf museeum. um sich schadlos zu halten hätte herr messerli gut daran getan sich besagten rechtsbeistand zu organisieren. das hätte ihn vielleicht vor dieser entwicklung retten können.
    nur mit sammelwahn kann der verfall so mancher kostbarkeit erklärt werden. die vernunft hätte hr. messerli schon lange dazu treiben müssen die fahrzeuge auszuschlachten um wenigstens ein paar erhaltenswerte ersatzteile zu retten. nach meinem besuch hatte ich jedoch mehr den eindruck dass sich hier nicht mehr viel versilbern läßt.

    ein hohn am rande: eine frau die einem besucher zu erklären versucht dass er nicht über die fahrzeuge steigen solle um sie nicht noch mehr zu beschädigen. ehrlich: so blind kann niemand sein als dass man nicht erkennt dass in den überwiegenden fällen des umzeunten geländes nur noch vom altmetallpreis auszugehen ist.

    letztlich, nachdem wohl alle stricke gerissen sind, muss die idee des freilichtmuseums aufgekeimt sein.
    die überreste dieser idee sind noch gut zu erkennen. meiner ansicht nach, man verzeihe mir, eine hilflose bastelarbeit die seines gleichen sucht und wohl nie für die öffentlichkeit zugelassen worden wäre.

    an dieser stelle möchte ich aber den hinweis platzieren dass es nicht fair ist nur auf herrn messerli herumzuhacken. diese entwicklung hat sich über viele jahre hinweg abgezeichnet. ich vergleiche diesen herrn gerne mit einem messi.
    zwängt sich also eine frage auf: wo war hier der bund? wo waren die behörden? auch wenn in der schweiz die uhren vielleicht anders laufen mögen - das thema umweltschutz ist auch in der schweiz schon länger bekannt.

    dem automobilen freund blutet das herz.

    dem menschenfreund in mir ist es unerklärlich wie das umfeld diesem treiben so lange zusehen konnte ohne den versuch herrn messerli auch nur ansatzweise zu helfen.

    und als schweizfan der ich bin, bin ich doch recht arg enttäuscht. würde mich freuen wenn dieser beitrag trotz allem unmut abgedruckt wird. danke.

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